Gute Pflege: Selbstbestimmung und Freiheit ermöglichen

Im heutigen Gastartikel von Joseph A. Davedas geht es um ein sehr wichtiges Thema, dass auf uns alle zukommt: Pflege. Viel Spaß beim Lesen und Erkenntnisgewinn!

Gute Pflege darf nie die wirklichen Bedürfnisse der pflegebedürftigen Menschen aus den Augen verlieren. Die Anforderung besteht darin, sie individuell zu begleiten und zu betreuen und ihnen das zukommen zu lassen, das sie wirklich in ihrer letzten Lebensphase benötigen. Potenzielle Bewohner einer Pflegeeinrichtung und deren Angehörige sollten bei der Wahl des Platzes darauf achten, dass Betreiber dies konzeptionell berücksichtigen.

Der Weg in eine Pflegeeinrichtung ist für alle Beteiligten ein großer und einschneidender Schnitt. Pflegebedürftige und deren Angehörige fragen sich, wie alles verlaufen wird und was auf Mutter oder Vater, Großmutter oder Großvater wohl alles zukommen wird. Doch vor allem stellt sich die Frage: Welche Qualität in der Pflege bietet der Betreiber einer Einrichtung, was versteht er unter guter und individueller Betreuung, und wieviel bedeutet ihm die jeweilige Persönlichkeit des Bewohners?

Das sind Fragestellungen, die die Menschen bewegen. Die Entscheidung für die professionelle stationäre Pflege im Allgemeinen und eine bestimmte Einrichtung im Speziellen kann nur erfolgen, wenn sich der potenzielle Bewohner und dessen Familie wirklich sicher sein können, dass ihm beste Pflege und Betreuung zuteil wird – und zwar weit über die alltäglichen medizinischen und hygienischen Bedürfnisse hinaus. Denn gute Pflege äußert sich nicht allein darin, dass die Mitarbeiter nach medizinischen Standards vorgehen, die tägliche Körperpflege vornehmen und den Bewohner mit Lebensmitteln versorgen. Das sind Grundbedingungen, freilich, aber eben nur das!

Gute Pflege darf nie die wirklichen Bedürfnisse der pflegebedürftigen Menschen aus den Augen verlieren. Die Anforderung besteht darin, sie individuell zu begleiten und zu betreuen und ihnen das zukommen zu lassen, das sie wirklich in ihrer letzten Lebensphase benötigen. Begleitung ist das Stichwort: Es geht um individuelle Ansätze in der Arbeit mit den Bewohnern, die ja aus ganz unterschiedlichen Gründen Pflege und Betreuung benötigen. Während der eine aus Altersgründen nicht mehr ganz so fit ist und den Komfort des Betreuten Wohnens in Anspruch nehmen möchte, spielen beim anderen erhebliche körperliche und neurologische Einschränkungen eine Rolle. Damit sind die Pflegebedarfe völlig andere – aber eines eint jede Gruppe von Pflegebedürftigen: Sie wollen als Individuen wahrgenommen und verstanden werden, sie wollen bestmöglich gefordert und gefördert werden, auch wenn die Erkrankungen sie womöglich stark einschränken.

Was bedeutet das nun für die Entscheidung für eine Einrichtung? Die Leistungen von Pflegeeinrichtungen müssen so strukturiert sein, dass sie allen möglichen Situationen und Anforderungen gerecht werden – und das hat nicht nur mit der jeweiligen Pflegestufe zu tun. Ist ein Bewohner beispielsweise nach einem Schlaganfall aufgrund schwerer körperlicher Schäden an den Rollstuhl gebunden und benötigt er deshalb einen hohen Pflegefaktor, bedeutet das natürlich nicht, dass er keine Ansprüche mehr an sein soziales Umfeld stellt. Er will genauso Unterhaltung und Austausch finden wie der besagte Senior, der sich aus Gründen der Bequemlichkeit und professionellen Versorgungssituation für eine Einrichtung entschieden hat – auch ohne akute Erkrankung. Darauf müssen Betreiber achten, die emotionale und soziale ‚Versorgung‘ muss immer gewährleistet sein – und zwar so, dass sich jeder Bewohner seinen Fähigkeiten gemäß darin wiederfindet.

Natürlich kann das wöchentliche Gymnastikprogramm zur Stärkung der Beinbeweglichkeit nicht den Bewohner ansprechen, dessen Beine nach dem Schlaganfall irreparabel gelähmt sind. Aber eine Einrichtung muss in der Lage und auch willens sein, auch komplexere Anforderungen bedienen zu können, um keinen Bewohner in seiner individuellen Situation auszuschließen. Natürlich ist es bequemer, Bewegungsprogramme und andere Angebote nur für diejenigen zu schaffen, die ohnehin noch (einigermaßen) mobil sind. Aber gute Pflege darf nicht der Vereinfachung von Strukturen und Abläufen untergeordnete werden: Jeder Pflegebedürftige hat es verdient, dass seine individuelle Situation bestmöglich erfasst wird. Der Leitsatz muss lauten: Alle Bewohner einer Einrichtung sollen in allen Lebensfragen so unabhängig und individuell wie möglich entscheiden und wählen können, auch dann, wenn ihre körperlichen und kommunikativen Fähigkeiten eingeschränkt sind. Ihnen aufgrund ihrer Verfassung aber keine Wahl zu geben, schränkt die Selbstbestimmung und Freiheit des Betroffenen erheblich ein.

Daran zeigt sich, was gute Pflege bedeutet. Gute Pflege ist die Bereitschaft, längere Wege für die Betroffenen zurückzulegen und Angebote und Möglichkeiten zu schaffen, sie auch in schwierigen körperlichen und geistigen Verfassungen (beispielsweise bei einer fortgeschrittenen dementiellen Erkrankung) noch am Leben teilhaben zu lassen. Das hat etwas mit Würde vor dem Individuum zu tun – diese sollte bei jedem Pflegekonzept ganz oben stehen.

Wer diese Punkte in seine Überlegungen mit einbezieht, wird schnell zu einer guten Entscheidung kommen, ob ein und wenn ja welcher Pflegeplatz in Frage kommt. Keinesfalls sollten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen diese Fragen ignorieren. Doch wer Antworten auf diese Fragen erhält und diese Antworten ihn wirklich zufriedenstellen, kann die letzte Lebensphase sehr gut, individuell und würdevoll gestalten.

Foto von Joseph A. Devadas

Joseph A. Devadas ist geschäftsführender Gesellschafter der Margarethenhof Gruppe aus Krefeld. Das Unternehmen besteht seit 1998 und betreibt 13 Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland mit einem umfassenden Leistungsspektrum in den Bereichen der vollstationären Pflege, dem Betreutem Wohnen, dem Service-Wohnen und der ambulanten Pflege mit insgesamt mehr als 1400 Plätzen. Menschen im Alter die bestmögliche Versorgung zu bieten, ist das Kernanliegen der Margarethenhof Gruppe, weshalb die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner im Mittelpunkt der alltäglichen Arbeit stehen. www.margarethenhof-gmbh.de

 

 

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